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Thorsten Mitzinger wurde 1974 in Köln geboren. Im Alter von neun Jahren lernte er Judo. Mit dreizehn Jahren fing er das Training der Wing Tsun Selbstverteidigung an. Bereits 1990 im Alter von sechzehn Jahren, bestand er die zwölfte Schülerprüfung der Wing Tsun Selbstverteidigung und 1991 die achte Schülerprüfung im Escrima Waffenkampf.

Neben Wing Tchun Selbstverteidigung machte er Erfahrungen mit Kickboxen, Muay Thai Boxen, Ringen und diversen anderen Kampfsportarten. Seit 1993 ist er Lehrer der Wing Tchun Selbstverteidigung. Er verfügt über 18 Jahre Unterrichtserfahrung für Kinder, Jugendliche und Erwachsene.

Er hat sich schon in zahlreichen Lebenssituationen verteidigen müssen und auch im Sicherheitsdienstgewerbe war er schon oft für den Schutz anderer verantwortlich. Er hat sich zum Ziel gesetzt Wing Tchun Selbstverteidigung, Escrima Waffenkampf und Chi Gong Gesundheitstraining Interessierten zu lehren und diese genialen Systeme zu verbreiten.

 

 

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Thorsten Mitzinger 1993
Schriftliche Arbeit für den 1 Techniker- Lehrergrad im WT (Wing Tsun)

 

Mein Werdegang im Wing Tsun (WT)


Es begann damit, dass ich von einem Freund hörte, es gibt Wing Tsun Kung Fu in Lindlar. Mein Interesse war sofort geweckt. Mit dem Namen Wing Tsun konnte ich nicht viel anfangen, aber mit dem Begriff Kung Fu. Da ich Judo betrieben hatte, kannte ich Kung Fu und entschloss gleich mir WT anzuschauen.
Wenige Tage später stand ich vor der Wing Tsun (WT) Schule, und meine Motivation wuchs noch, als ich auf einem Werbeplakat las, das Bruce Lee WT praktiziert hatte.
Ich machte ein Probetraining mit und war begeistert. Ich selber übte zwar nur den ersten Satz der Form, aber als ich das Training der Fortgeschrittenen beobachtete, fühlte ich das WT etwas Besonderes sein musste und trat der Schule bei.

Am Anfang war WT für mich undurchsichtig. Die Bewegungen meist schwer zu erklären, da sie sich von dem Gewohnten völlig unterschieden. Aber mir wurden schnell die Vorteile bewusst und mir viel auf, das ich mir falsche Vorstellungen von einem richtigen Kampf machte, geprägt durch Kampfsportfilme und Phantasien.
Nach ca. drei Monaten konnte ich zu einem WT Lehrgang nach Aachen fahren, wo ich meine erste Schülerprüfung mit dreizehn Jahren am 13.12.87 bestand.
Auf diesem Lehrgang sah ich zum ersten Mal wie vielseitig WT war und bewunderte das Können von meinem Sifu K. K. und das der höheren Ausbilder.
Voller Motivation ging ich dann in das wöchentliche Training, mit dem Ziel mein WT zu verbessern und die zweite Schülerprüfung bestehen zu können.
Was mich immer überzeugte, war der direkte Vergleich zwischen WT und anderen Kampfsystemen, wie z. B. Karate oder Taekwon-Do. Diese Systeme machen soviel anderes, so dass sie mit sicherer Selbstverteidigung nur im Entferntesten Sinne zu tun haben.

Dann folgte meine zweite Schülerprüfung, die ich auch in einer Schule in Aachen bestand. WT faszinierte mich immer mehr, und ich konzentrierte meine ganze Zeit darauf, besser zu werden. Die Arbeit lohnte sich und brachte mir im April 1988 die dritte Schülerprüfung ein. Jeder Fortschritt gab mir mehr Motivation. Ich merkte das WT mein Selbstbewusstsein stärkte, und auch im Kampf konnte ich es erfolgreich einsetzen.
Am 03.09.88 war es etwas Besonderes, das erste Mal meinen Sifu in der Heimatschule erleben zu können und meine vierte Schülerprüfung zu bestehen.
Ich fand es verblüffend, welche Fähigkeiten man durch Jahrzehnte langes Training erwirbt.
Ich nahm bei meinem Trainer Hans R. Privatunterricht und fuhr in einer kleinen Gruppe nach Heidelberg zum Ausbildungszentrum Schloss Langenzell. Danach lernte ich das Reflextraining Chi Sao kennen und machte Vollkontakt.
Mein nächstes Ziel war es die fünfte und sechste Schülerprüfung gemeinsam abzulegen. Dies schaffte ich mit vierzehn Jahren Ende 1988 in Gummersbach.
Mir wurde klar, welche Fortschritte man mit Privatunterricht erzielen konnte.

Zu dieser Zeit fing ich mit spezifischem Krafttraining an, um meine Leistung im WT zu verbessern und ich hatte meinen ersten Kontakt mit dem Waffenkampf Escrima.
Dann zog die WT Schule in bessere Räumlichkeiten und im Januar 1988 begrüßten wir Emin Boztepe in Lindlar. Dieser Lehrgang bestätigte mir, wie realistisch und ernstzunehmend WT ist. Ich machte meine siebte Schülerprüfung und Sihing Emin gab mir viel Motivation WT kampforientierter zu betreiben.
Es ist wichtig an der Realität nicht vorbei zu trainieren, und Emin ist eines der guten Beispiele wie effektiv WT funktioniert.
Drei weitere Monate Training und Privatunterricht folgten, und am 17.03.89 nahm ich meine achte Schülerprüfung entgegen. Ich lernte das Sparringsprogramm Lat Sao kennen und fand es bemerkenswert, wie sich das Training verbesserte.

Weiterer Ehrgeiz und Fleiß zahlten sich aus, und ich bekam Mitte des Jahres meine neunte Schülerprüfung überreicht. Ich verstand immer besser WT und manches was für mich nicht durchsichtig erschien, war jetzt völlig klar. WT ist einfach ein logisch konstruiertes Selbstverteidigungssystem. Ich wunderte mich über andere Kampfsysteme, die auch als Ziel hatten sich zu verteidigen, aber Techniken aus Tradition übten, die für einen realistischen Kampf auf der Straße nicht funktionsfähig waren.
Ich bin dankbar dass ich WT kennen und schätzen gelernt habe.
Ich fing an Kickboxen zu betreiben, um noch einen besseren Einblick im sogenannte Kampfsport zu bekommen. Zusätzlich begeisterte mich das regelmäßige sportliche Sparring, und mein Kampfgeist wurde besser. Ich behielt es aber bewusst in Maßen, um mein WT nichtn zu verschlechtern.
Es kam noch regelmäßig Escrima hinzu, welches sich optimal mit dem WT verbinden lässt, weil es sich auch auf das Wesentliche konzentriert. Somit entwickelte ich eine zweite Vorliebe zum Escrima. Das gesamte Training nahm jetzt meine ganze Freizeit in Anspruch.

Mittlerweile bekam ich Interesse am Ausbilden und fragte daraufhin meinen Trainer. Dieser sagte, dass es noch etwas zu früh sei und man bestimmte Voraussetzungen haben muss. Er aber gerne mich optimal unterstützen würde, damit ich diese Voraussetzungen erreiche. Dies tat er, motivierte mich und gab mir Tipps.
Am 23.09.89 besuchte uns das zweite Mal Sifu K. K. in Lindlar. Ich machte dort den ersten Teil der zehnten Schülerprüfung und exakt fünf Monate später bestand ich sie komplett in Gummersbach.
Die Zehnte fand ich sehr interessant. Das Kämpfen gegen mehrere Angreifer mit einer bestimmten Strategie, hat mir gezeigt, wie gut man im Zweikampf sein musste. Sehr motiviert und realistisch eingestellt machte ich mein Training weiter, wobei mich mein Trainer in allen Angelegenheiten unterstützte.

Meine elfte Schülerprüfung wollte ich bei meinem Sihing bestehen, wo ich die erste Hälfte mit fünfzehn Jahren am 29.04.90 bestand und die zweite Hälfte, mit der Urkunde, am 29.05.90 überreicht bekam. Diese Prüfung war einer der schwierigsten, die ich bis dorthin hatte, denn ich musste meinen Kampfgeist unter Beweis stellen. Dann wollte ich meinen Übungsleiter im Dezember des gleichen Jahres bestehen, um Unterrichten zu können. Meinem Trainer kam die Idee, dass wir jetzt schon daran arbeiten könnten, eine Jugendgruppe aufzubauen, damit es dann sofort losgehen könnte.
Durch viel Privattraining konnte ich darauf im Juni 1990 meine erste Hälfte der zwölften Schülerprüfung, auf einem Lehrgang in Lindlar bestehen, merkte aber sofort, dass ich für die gesamte Prüfung noch viel trainieren musste.
Ich half anderen Assistenten bei Vorführungen und bei dem Aufbau der Schulen, wovon ich viel profitierte. Um schon Erfahrungen im Unterrichten zu sammeln, half ich eine Kindergruppe regelmäßig zu leiten. Der Umgang mit Kindern hat mich sehr geprägt, denn gerade Kinder muss man noch mehr motivieren und Spaß vermitteln als Erwachsen.

Mein nächster WT Lehrgang gab mir Anstoß härter zu trainieren. Er war natürlich mit Sihing Emin Boztepe. Ich musste gegen mehrere Angreifer mich verteidigen, und wurde auf dem Boden der Tatsachen gestellt. Ich musste mir vorstellen, wie ich aus so einem Kampf hinausgegangen wäre.
Dann kam mit sechzehn Jahren der Übungsleiterlehrgang auf Schloss Langenzell in Heidelberg. Ich lernte dort nicht nur das WT Programm genau kennen, sondern auch andere Methoden des Angriffes, wie z. B. den Falling Step von Jack Demsey. Außerdem sah ich Videos von Jesse Glover und anderen wing chun Verbänden.

Zusätzlich zu meiner bestandenen Übungsleiterprüfung erhielt ich die zwölfte Schülerprüfung. Danach fing ich sofort mit meiner Gruppe an. Ich machte eine Vorführung, die sehr guten Erfolg hatte. Nach kürzester Zeit bauten wir die Jugendgruppe mit mehr als zwanzig Mitgliedern auf. Mit dieser Gruppe machte ich viel Erfahrung, und durch die Unterstützung meines Trainers, habe ich manchen Fehler vermeiden können. Im Besonderen im Umgang mit Menschen habe ich viel gelernt und mein eigenes WT verbessern können.
Es war soweit, das wieder ein Umzug stattfinden sollte, und da mein Trainer sehr viel geschäftlich Tätig war, konnte ich auch den Erwachsenen Unterricht öfters bei ihm leiten. Hier verstand ich sofort, dass das Unterrichten viel schwieriger war, als in meiner Jugendgruppe und ich gab mir große Mühe.

Nebenbei versuchte ich noch beim Umzug der Schule zu helfen, wofür ich wiederum Privatstunden bekam. Zwischen meinem Sihing und mir war mittlerweile eine gute freundschaftliche Beziehung heran gewachsen, die über das WT Training hinausging. Wir trainierten oft Krafttraining zusammen und auch in Geschäftlichen Angelegenheiten hat er mich mit einbezogen.
Mein nächstes Ziel war es natürlich meinen ersten Technikergrad zu bestehen, um höhere Techniken des WT zu lernen. Ich lernte die zweite Sektion am 26.05.91 auf einen Lehrgang in Aachen. Es war erstaunlich, wie durch bestimmte Techniken manche Hebel völlig wirkungslos waren.
Danach sah ich das erste Mal meinen Großmeister L. T. in Heidelberg.
Die Präzision, Eleganz und Entspanntheit aller WT Techniken die Sigung vorführte, waren erstaunlich. Zu der Zeit war auch das Fernsehen auf Schloss Langenzell und ich freute mich das WT noch populärer werden würde.
Meine wegen mangels an Trainingspartnern vorgezogene vierte Sektion machte ich am 04.09.91. Ich musste viel arbeiten, und mein Training leidete darunter. Aber ich versuchte es so gut wie möglich in der Waage zu halten.

Meine dritte Sektion erhielt ich Ende 1991 auf einem Lehrgang in Lindlar.
Ich fühlte, wie sich durch die höheren Sektionen meine erste Sektion im Chi Sao verbesserte. Auch im Unterrichten machte ich große Fortschritte. Ich stellte mir die Frage wie meine Zukunft im WT aussehen sollte und kam zum Entschluss WT hauptberuflich auszuüben. Mein Trainer wollte für mich Orte auf seinen Namen anmelden, und ich dachte lange darüber nach, was ich machen sollte. Ich versuchte ihm zu erklären, dass ich WT zu meinem Beruf machen wollte, und die meisten Chancen sehe, wenn ich es später alleine mache. Ich wollte meine eigene Schule haben und Schüler ausbilden. Ich sagte auch, dass es jetzt noch zu früh sei, und ich mir Zeit lassen möchte. Ich wollte in jedem Fall bei ihm weitermachen. Leider fasste er vieles anders auf, und ich musste mich entscheiden entweder gehe ich, oder ich bleibe als Ausbilder bei ihm.

Ich entschied mich zu gehen, weil ich mit WT mein Leben finanzieren wollte.
Ich hoffte, dass es wenigstens noch gehen würde Privatunterricht zu nehmen, aber er machte mir schnell verständlich, dass das dann auch vorbei wäre.
Ich konnte mich nie über meinen Trainer beklagen, und ich hoffe er auch nicht über mich, aber ich musste gehen, weil ich es für das Beste hielt.
Ich trainierte so gut wie es ging Zuhause und überlegte auf welche Lehrgänge ich fahren könnte. Ich motivierte Dirk P. einen Freund, der schon längere Zeit nicht mehr trainierte.
Er wollte eigentlich mit WT schon aufhören, aber ich konnte ihn neu motivieren.
Er kam zum Entschluss es auch alleine zu versuchen, und hörte bei Trainer Hans auf.

Dadurch hatte ich einen Trainingspartner und konnte regelmäßig WT trainieren.
Ich überlegte mir, wann ich eine Schule eröffnen könnte und kam zum Entschluss es noch 1992 zu schaffen. Ich brauchte dafür einen Ort und versuchte einen möglichst nahe an meinem Heimatort zu bekommen und der genügend Einwohner aufweist. Ich fuhr zu einem Lehrgang nach Heidelberg, um meine Sektionen zu vertiefen.
Ich begriff, wie wichtig regelmäßiges Training war. Da ich mein Wissen im Unterrichten auch nicht vernachlässigen wollte, fuhr ich kurz darauf zu einem Trainer Lehrgang auf Schloss Langenzell.

Leider waren sehr oft zeitliche Probleme im Wege, so dass ich bis Hannover oder zur Ostsee nach Fehmarn fahren musste, um mich fortzubilden. Ich merkte dass es wichtig war auf Lehrgänge zu fahren, denn nur so kann man mit Fortgeschrittenen trainieren.
Ich hatte ja noch keine Schüler, um die unteren Programme zu üben. Dann klappte es aber und ich bekam endlich meinen eigenen Ort Kürten. Jetzt ging ich sofort an die Arbeit, dachte aber auch an die Zukunft und versuchte weitere Orte anzumelden. Mich auf den ersten Technikergrad vorzubereiten, das ging mit meinem Trainingspatner, und zusätzlich unterstützte ich ihn bei seinem Schulaufbau in Overath. Ich fuhr nach Aachen und Heidelberg, wo ich WT Anwendung trainierte. An einer riesigen Schule wie Aachen konnte ich den Aufstieg des WT erkennen.

*Am 31.05.93 mit neunzehn Jahren bestand ich meinen 1 Techniker- Lehergrad auf Schloss Langenzell in Heidelberg.

Thorsten Mitzinger


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